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Ökumene

Der Begriff bezeichnete ursprünglich den bewohnten Erdkreis. Unter Ökumene verstanden dann die orthodoxe Kirche das Einzugsgebiet des Patriarchats von Konstantinopel, die römisch-katholische Kirche die ihr unterstehende Christenheit, die reformatorischen Kirchen jene Teile der christlichen Welt, die sich zu den Ergebnissen des ersten „ökumenischen“ Konzils von Nikäa (325) bekannten.

 

Die ökumenische Bewegung ist bestrebt, die Kirchen bzw. Konfessionen einander anzunähern. Auf der Ebene der lokalen Kirchen hat sich vielerorts informell eine lebendige ökumenische Zusammenarbeit entwickelt. Auch die immer häufigeren Ehen, die zwischen Menschen verschiedener Konfession geschlossen werden, fühern dazu, dass Ökumene im Alltag gelebt wird.

 

Seit 1948 besteht der Ökumenische Rat der Kirchen ÖRK mit rund 340 Mitgliedern in 120 Ländern. Die römisch-katholische Kirche gehört dem ÖRK nicht an, hat jedoch ökumenische Beziehungen besonders zur orthodoxen Kirche angeknüpft.

 

1959 wurde die Konferenz Europäischer Kirchen KEK gegründet, der die meisten orthodoxen, reformatorischen, anglikanischen und altkatholischen Kirchen sowie freikirchliche Institutionen angehören. Sie hat gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen die Charta oecumenica unterzeichnet.

 

In Bern bildete sich 1990 die Gemeinschaft von Christen und Muslimen in der Schweiz; sie bewirkte hier die Einrichtung eines islamischen Gräberfeldes und hat praktische Handreichungen für das Zusammenleben publiziert.

 

1993 hat die Fachstelle Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit des Synoldalverbandes Bern-Jura-Solothurn gemeinsam mit dem katholischen Partner Kirche im Dialog in Bern den Runden Tisch der Religionen ins Leben gerufen, ein Forum für den Austausch zwischen Vertretern des Judentums, des Christentums, des Islam, des Hinduismus und Buddhismus. Die Fachstelle wirkt zudem mit am Projekt Haus der Religionen – Dialog der Kulturen.

 

2002 hat sich in Bern die Offene Heiliggeistkirche als Verein konstituiert. Mitglieder sind die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Heiliggeist in Bern, die Christkatholische, Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche Bern sowie die Jüdische Gemeinde Bern. Diese interreligiöse Kooperation will im Zentrum der Stadt ein Zeichen der Offenheit und des gegenseitigen Verständnisses setzen.

 

Auf ökumenischer Basis steht schliesslich das European Christian Environmental Network ECEN (Europäisches Christliches Umweltnetzwerk), das im Mai 2005 unter dem Titel The Churches’ Commitment to a Sustainable Europe in Basel seine 5. Tagung durchführt.