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Reformation in der Schweiz

Die Reformation auf dem Gebiet der heutigen Schweiz setzte sich 1522/1523 in Zürich durch (Huldrych Zwingli); Bern folgte 1528 (Berchtold Haller), Basel 1529 (Johann Oekolampad), St. Gallen 1529 (Joachim Vadian), Neuchâtel 1530 (Guillaume Farel), Genf 1535/36 (Guillaume Farel und Johannes Calvin). In Zürich stützte man sich auf die 67 Artikel von 1523, in Bern auf die Thesen von 1528 und den Berner Synodus von 1532, in Genf auf die Confession de foi von 1537. Calvins Genfer Katechismus von 1542 und das 1566 von Heinrich Bullinger, dem Nachfolger Zwinglis, verfasste Zweite Helvetische Bekenntnis (Confessio Helvetica posterior) gewannen Geltung über die Grenzen der damaligen Eidgenossenschaft hinaus.

 

Im Mai 1549 unterzeichneten Calvin und Farel im Namen der Genfer Pfarrer und Heinrich Bullinger als Vertreter der Zürcher Pfarrer den Consensus Tigurinus, den Zürcher Konsens, der die Sakramente und insbesondere das Abendmahl betraf. Der Consensus liess einen Kirchentyp entstehen, der sich innerhalb der westlichen Christenheit sowohl vom römischen Katholizismus wie vom Luthertum und von Nebenströmungen der Reformation abgrenzte. Erst seither kann man von einer „reformierten Kirche“ in der Schweiz sprechen, auch wenn es sie im rechtlich-organisatorischen Sinn nicht gibt, da die kantonalen Kirchen sich getrennt entwickelt haben und bestehen.