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Kirche und Staat

Die Schweiz kennt kein einheitliches staatskirchenrechtliches System, sondern 26 kantonale Lösungen. Während in Genf seit 1907 und in Neuenburg seit 1943 Kirche und Staat getrennt sind, ist die Verbindung in Bern, Zürich und der Waadt nach wie vor eng. Jüngste Verfassungs- und Gesetzesrevisionen weisen in die Richtung eines Ausbaus der kirchlichen Freiheiten.

 

Der Bund schützt das Grundrecht der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Bundesverfassung, Art. 15); er überträgt die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat den Kantonen (Art. 72). Er unterhält keine institutionellen Beziehungen zu einzelnen Religionsgemeinschaften (Ausnahmen: Armeeseelsorge durch die Landeskirchen; Zusammenarbeit im Flüchtlings- und Asylwesen; diplomatische Vertretung des Vatikans in der Schweiz, der Schweiz beim Heiligen Stuhl).

 

Vor einiger Zeit haben der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen einen Vorstoss zur Aufnahme eines Religionsartikels in die Bundesverfassung unternommen; er soll die Beziehungen zwischen dem Bund und den Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften regeln (Ergänzung zu Art. 15 der Bundesverfassung). Damit ergäbe sich untere anderem die Möglichkeit, eine Reformierte Kirche Schweiz ins Leben zu rufen.